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GESCHREVEN DOOR

Olivia Wenzel

(DE)

VERTAALD DOOR

Peter Huijzer

(NL)

Olivia Wenzel - 3

6 November 2021

lieber peter, guten morgen!

today four things might happen:

  1. i will torment you with the difficulties of local dialects.
  2. i will tell you about a very friendly person i talked to on the phone.
  3. my little, boring experiences in the hotel will again melt into a sort of poem. (ha!)
  4. i want to admit to you or maybe even say sorry: diese schreibübungen bereiten mir eine, kleine sadistische freude, seit ich begriffen habe, in was für nöte sie dich bringen (andere menschen, die dem kapitalismus noch mehr huldigen als ich, würden sagen: vor welch großartige herausforderungen sie dich stellen!). trotzdem oder vielleicht gerade deswegen - wegen des bisschen sadismus', der mich zum spielen einlädt - gelingt es nicht, hier in der kürze der schreibzeit in eine tiefe zu gehen. insofern tut es mir auch ein wenig leid, dass du dich an diesen oberflächlichen spielereien abarbeiten musst (es tut mir leid, aber es tut mir kein leid: a wordplay straight outta hell, lol). denn vielleicht trägst du schon länger - ganz heimlich, in der hintersten kammer deines herzens versteckt - den wunsch, etwas ganz kraftvolles, existentielles zu bearbeiten? war diese frage zu suggestiv? lieber offener stellen. lieber peter, sag' mir doch bitte: gibt es einen text, den du unbedingt einmal ins niederländische übertragen würdest? gern kannst du mir in diesem kästchen deine antwort aufschreiben, feel free!

[ __________ ]

und noch eine frage fällt mir ein - sie speist sich aus meiner wachsenden abhängigkeit von internet und von meinem vermeintlich zufallsgenerierten surfen darin:

was findet eigentlich online statt, das offline keine relevanz hat?

falls dir dazu eine antwort, ein gedanke, eine kritik einfällt, schreib' sie gerne hier hinein, selbstredend (selbstredend!) in einer sprache deiner wahl. ich würde mich freuen:

[ __________ ]

jetzt aber zurück zum blog, zurück zu meinem ego, zurück in die banalität. na komm, lieber peter, komm mit:

- als ich mittwoch gegen mitternacht im hotel ankomme, huscht aus einem hinterzimmer an ein mann, der aussieht wie ein 13 jähriger chorknabe, an die rezeption. mit rot unterlaufenen augen, rattert er routiniert und freundlich seine infos runter, in welchem stock mein zimmer liegt, wie das w-lan heißt, wann es frühstück gibt. ich frage ihn, ob ich ihn eben geweckt hätte. er verneint und sagt mit einem uneindeutigen grinsen, dass seine schicht gerade erst begonnen habe, sie gehe bis sieben. not true, auf jeden fall hat der eben gepennt, da bin ich sicher.

- als ich ins hotelzimmer komme, stelle ich fest, dass ich die fenster nicht richtig öffnen kann, nur ankippen. nach über sechs stunden zugfahrt mit maske lechze ich nach frischer luft, aber sie bleibt draußen. etwas frustriert öffne ich den kleiderschrank, um meine sachen einzuräumen. auf einmal steht dort eine 70-jährige und grinst. leicht gebückt reckt sie den kopf aus der tür und greift nach mir:

hörst' schlecht, oder was?

wie du heißt, hab ich g'fragt.

...

na sowas, hat's dir die sprache verschlag'n?

was rümpfst' denn so die nas'?

...

was du so rumrümpfst, frag' ich! also bitt'schön, junge dame, dieser duft, ja, der war ned billick, der war ... amore! und schwer, schwer isser, ja. wenn ich an den loid'n vorbei stolzier', wissen's gleich, dass ich was zu sagen hab'. dass meine worte g'wicht haben, dass die gund'l ne aufrechde is' und anständig riecht.

...

was guckst'n so bleed? na komm, jetz' gib' scho' her. jetz' gib mir doch endlich die komische jacke! billick, ganz billick produzierde lump'n sin' des. und riechen tun's nach gar nix. gar nix! und des mein' ich jetz' nich' so poetisch, gell, von wegen nossing can be everysing and everysing can be nossing - naaah! jetzt gib halt her de blusen! joa, guck, so, so ist's brav. jetz' steig ich da schon ma' rein und nachher treff'ma uns drinnen, gell! in deinem kleid drinnen, ja, genau. mein name is' gund'l übrig'ns, hab ich des scho' g'sagt? wennsde dich draust, werd' ich dich ab jetzt überoll hin begleid'n. du musst ned allein da raus geh'n und wieder den gans'n abend über dich red'n, wenn's des nich' willst. niemand muss des moch'n.

- am nächsten morgen schaut die managerin des hotels erst in mein bockiges gesicht, dann in den kleiderschrank. sie schnuppert kurz, dann sagt sie:

someone must have spraid perfume in it. you cannot hang your clothes in there. the smell is too strong, and your clothes will smell like this. i'm sorry, but i can't help you with this. this really needs to breathe itself out.

ja, sage ich, aber ich kann ja hier gar nicht richtig lüften, wie solle sich denn da dieses parfürm 'rausbreathen'?! der geruch sei krass penetrant und ziehe auch nachts zu mir rüber, wenn ich schliefe, weil ich ja die fenster nachts gekippt ließe, weil ich hier halt nicht richtig lüften -

i'm sorry, really, sagt sie mit einem lächeln, das vom mund aus ihre warmen augen erreicht, und geht.

WAT HEEFT DIT VERHAAL GEÏNSPIREERD?

Meer van Olivia Wenzel en Peter Huijzer

7 November 2021

Olivia Wenzel - 4

lieber peter, guten morgen! es freut mich, dass du dich dagegen entschieden hast, professionell zu übersetzen (ha!), und im vorigen blogtext etwas hinzu geschrieben hast, das nicht von mir stammt. michel serres kenne ich noch nicht, klingt stark. gestern habe ich dir etwas angekündigt, das ich dann nicht mehr schaffte, aufzuschreiben.

5 November 2021

Olivia Wenzel - 2

- ich fahre lange stunden im zug von berlin nach den haag, zum ersten mal in meinem leben in der ersten klasse, sehr früh sehr billig gebucht, awesome. das abteil füllt sich schnell. eine schöne, massige person setzt sich mir gegenüber und verdrängt freundlich, stück um stück, über stunden, meine füße unter dem tisch.

Zie The Chronicles live tijdens Crossing Border 2021